Museumsmaler und Kunstmeile

Wenn am 29.7.2016 die sog. „Kunstmeile“ vom Markt durch die Apothekenstraße zum Petriplatz an vielen Künstlerbuden vorbei erwandert werden kann, dann wartet eine echte Überraschung in Haus II des Stadtmuseums:

Dort haben die sieben „Museumsmaler“ eine Ausstellung dicht gehängt, die durch ihre Motivfülle besticht. Das genau ist das Besondere an diesem Arbeitsteam, dass sich unterschiedliche Charaktere zusammengefunden haben, die sich trotzdem verstehen, die sich einmal in der Woche dem Urteil der anderen stellen und dann daran arbeiten, sich allgemein oder bei einem bestimmten Motiv deutlich weiter zu entwickeln.

Wer immer diese Gruppe nun schon seit längerer Zeit beobachtet, wird einen wirklichen Qualitätssprung bei den gezeigten Arbeiten beobachten. Die Reiterstudie von Martina Gille hätte sicher auch Theodor Rocholl begeistert, das große Seestück von Ingrid Grauer kann man sich nur schwer eindrucksvoller vorstellen, der Wolfskopf von Ursula Hülsmeier ist geradezu unheimlich lebensecht. Abstrakte Studien von Klaus Oertel versuchen den Brückenschlag zum Realismus, die feinfühligen Aquarelle von Ursula Walliser sind sehenswert. Wirklich reizend ist ein kleiner Tigerkopf von Hella Hubert, und bei der „Profi-Malerin“ Anke Knoth fällt die Hervorhebung eines einzelnen Gemäldes aus ihrem thematisch weit gespannten Repertoire schwer, vielleicht könnte man an „Zuckersüß“ oder den „Feldhasen“ denken.

Insgesamt sind 59 künstlerische Werke ausgestellt. Da deren Betrachtung sicher einige Zeit in Anspruch nehmen wird, kann diese außergewöhnliche Schau bis zum 25. September besichtigt werden. Ein Besuch lohnt sich, zumal fast alle Werke käuflich erworben werden können.

Es gelten die allgemeinen Museumsöffnungszeiten (ausgenommen die besonderen Zeiten am 29. – 31. Juli), der Eintritt ist frei, Spenden dürfen gern gegeben werden. (ur)