Hessische Landeszentrale für politische Bildung tagte im Stadtmuseum Hofgeismar

Als Mitglied der LAG (Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Hessen) richtete das Stadtmuseum Hofgeismar am 14. September 2017 eine Tagung für die Delegierten hessischer Gedenkstätten aus.

 Bürgermeister Markus Mannsbarth unterstrich bei seiner Begrüßung der 38 Delegierten die aktuelle Bedeutung der Gedenkarbeit und der politischen Aufklärung. Zuvor hatte Museumsleiter Helmut Burmeister die Teilnehmer in der „ältesten Gedenkstätte in Hessen“ willkommen geheißen.

Dr. Monika Hölscher von der Landeszentrale für politische Bildung lädt zweimal jährlich jeweils in eine der Gedenkstätten ein. Die Treffen dienen dem gegenseitigen Austausch von Anregungen und Ideen, sowie der Diskussion über aktuelle politische und gesellschaftliche Fragen. Im Mittelpunkt standen die Führung durch die Abteilung Judaica durch Museumsleiter Helmut Burmeister und die Präsentation der vielfältigen Aktivitäten und pädagogischen Projekte, die sich aus dieser Abteilung heraus seit einigen Jahren entwickelt haben, durch Julia Drinnenberg.

Eine neue Erfahrung für einige der Delegierten gab es auch: Die im Jahr 1980 erstmals durch eine kleine Ausstellung hervorgetretene und seit 1986 als Dauerausstellung eröffnete Abteilung Judaica zählt zu den ältesten Gedenkstätten Hessens und ist die erste museale Darstellung jüdischer Lebenswelten im ländlichen Raum. Ausdrücklich wiesen mehrere Teilnehmer darauf hin, dass die Ausstellung im Hofgeismarer Stadtmuseum wegweisend war für den Aufbau eigener Gedenkstätten an anderen Orten Hessens.

Julia Drinnenberg führt eine Tagungsgruppe
auf dem Jüdischen Friedhof in Hofgeismar

Zwei weitere Führungen standen für die Delegierten zur Wahl. Gabriele Hafermaas und Arnd Naundorf zeigten die aktuelle Ausstellung des Schülerprojektes „Was Steine erzählen“. Mit Julia Drinnenberg machten die Teilnehmer eine Art Zeitreise bei einem Rundgang auf dem Jüdischen Friedhof. Das Handbuch für Friedhofsbesucher, das die hebräischen Inschriften „zum Sprechen bringt“ wird mit Sicherheit Nachahmer in anderen Orten finden.

 Julia Drinnenberg