Hofgeismar - Amerika

Lebensweg eines Hofgeismaraners jüdischen Glaubens

 

Die 1944 geborene Sprachwissenschaftlerin Prof. Judith Naomi Levi ist die Enkelin eines Hofgeismaraners: Albert Levi, geboren 1879. Nach ihrem Rückzug aus dem Berufsleben wandte sie sich der Erforschung der Geschichte ihrer eigenen Familie zu.
In ihrem Beitrag erzählt sie lebendig und anschaulich in deutscher Sprache. Zahlreiche Dokumente, Briefe und Fotografien machen ihren Text zu einem wertvollen historischen Zeugnis.

Frau Prof. Levi fasst den Inhalt Ihrer  Dokumentation folgendermaßen  zusammen:
"Der Lebenslauf meines Großvaters von seiner Geburt im Januar 1879 bis zu seiner Flucht nach Amerika im Januar 1939 spiegelt die Geschichte des deutschen Judentums während dieser Zeit wider: vom Höhepunkt der jüdischen Kultur in der Kaiserzeit zur Höllenfahrt während der Nazizeit."

Der Lehrer Albert Levi wurde im Januar 1879 in Hofgeismar, im Haus des heutigen Café am Markt, geboren als Sohn des Lehrers Moses Levi und der Rachel geb. Lilienfeld. Er besuchte die Jüdische Schule in Hofgeismar, wo er von seinem Vater unterrichtet wurde, und ging dann von 1888 bis 1896 auf das Hofgeismarer Realgymnasium, das im heutigen Rathaus untergebracht war. Er studierte im Israelitischen Lehrerseminar in Kassel und arbeitete als Lehrer in Salzkotten und Nieheim bevor er in Mayen, in der Eifel eine Stelle als Lehrer und Kantor der dortigen Synagoge annahm.
1917/18 war Albert Levi als Soldat im Kriegsdienst und wurde mit dem Eisernen Kreuz (EK II) ausgezeichnet. Albert Levi blieb Lehrer in Mayen bis nach der Zeit des Novemberpogroms 1938. Im Januar 1939 konnte das Ehepaar Albert und Ida Levi nach Amerika emigrieren, wo sich bereits die Kinder Max, Hans, Ruth und Walter befanden. Albert Levi starb bereits am 1. Januar 1941 und wurde in Washington, PA beigesetzt. Seine Frau Ida lebte noch 22 Jahre und wurde in Jerusalem beigesetzt.

Julia Drinnenberg

 

siehe auch:

Internetseite des Instituts für Geschichtliche Landeskunde
an der Universität Mainz e.V.