Mechthild-Jahn-Bibliothek im Stadtmuseum Hofgeismar

Am 12. Juli 2012 verstarb völlig überraschend in Berlin die aus Hofgeismar gebürtige Mechthild Jahn. Sie wurde nur 53 Jahre alt.

Frau Jahn arbeitete bis zuletzt als wissenschaftliche Mitarbeiterin eines SPD-Bundestagsabgeordneten, außerdem war sie auf vielfältige Weise im Einsatz für die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) Berlin, deren 2. Vorsitzende, eher wohl deren „Seele“ sie war. Zahlreiche Israel-Reisen, oft als Leiterin einer Reisegruppe, legen Zeugnis ab von der – wie es bei ihrer Beerdigung in Hofgeismar hieß – „Liebe“ zu dem Land, mit dessen Problemen sie sich ernsthaft auseinandersetzte.

Mechthild Jahn versuchte dabei durchaus, sich nach allen Seiten hin zu informieren, was ein großes Interesse für Palästina und seine Bewohner einschloss.

Im Lauf der Zeit wuchs ihre privat finanzierte Bibliothek zu den Themen des jüdischen Lebens, des deutsch-israelischen Verhältnisses, des Nahen Ostens ganz allgemein, dazu kam eine Fülle von Werken der deutschen Geschichte, die das Verständnis erleichtern sollten für die Jahre nach 1945.

Nach ihrem Tod entschied die Familie Jahn sofort, dass die Verbringung der gesamten Bibliothek nach Hofgeismar und ihre Aufstellung als Geschenk in den Räumen des Museums, zu dem Mechthild Jahn eine sehr freundschaftliche Beziehung pflegte, wünschenswert sei.

So kamen jetzt 828 Bände zum Nahen Osten und zur deutsch-israelischen Geschichte, dazu ca. 300 weitere zu deutschen Themen in das Museum. Außerdem wurden sechs Umzugskartons mit Kleinschriften und Dokumenten übernommen, die aber noch nicht gesichtet werden konnten.

Da die Mechthild-Jahn-Bibliothek in dem Kern einen anderen Schwerpunkt hat als die bestehende große Judaica-Bibliothek, wurde die neue Büchersammlung komplett in einem besonderen Raum als sog. Präsenz-Bibliothek sofort der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.