„Weihnukka“ - Weihnachten der ehemaligen jüdischen Bürger

Ein Vortrag von Magda Thierling

 

Einen hochinteressanten Vortrag (mit Lichtbildern) bietet das Stadtmuseum Hofgeismar am Donnerstag, den 20.11. um 19.30 Uhr. Magda Thierling, bekannt geworden durch ihre Aufarbeitung jüdischer Familiengeschichten, spricht über „Weihnukka“.

Die Advents- und Weihnachtszeit war im christlichen Raum bestimmt von Licht, Vorfreude und Geschenkideen. Da wollten auch die jüdischen Bürger, besonders wenn Kinder im Hause waren, nicht zurückstehen und übernahmen einzelne Elemente aus der christlichen Weihnacht. Z. B. fand sich der schon in J. W. Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“ 1774 belegte, seinen Siegeszug erst im 19. Jahrhundert antretende Weihnachtsbaum auch in vielen jüdischen Familien. Selbstverständlich fehlte die christliche Verkündigung der Geburt des Erlösers. Aber ein Lichterfest zu feiern und Geschenke zu verteilen, wie es bei vielen Völkern der Welt belegt ist als Urerinnerung an die Beherrschung des Feuers, war bei aller Annäherung nicht schon „christlich“. So nannte man das in vielen jüdischen Familien gefeierte Fest „Weihnukka“, mit einem Kunstwort also aus „Weihnachten“ und „Chanukka“, dem jüdischen Lichterfest Ende November zur Erinnerung an die Neueinweihung des Tempels.


(ur)