Zunftwesen und Wirtschaftsgeschichte

Zunftgesetzgebung

 

Die Zünfte gaben sich vermutlich seit ihrem ersten Auftreten eine innere Ordnung, nach der sich die eigenen Mitglieder zu richten hatten. Diese Zunftordnung ist wesentliches Zeichen ihrer Autonomie. Nur in den ältesten Belegen Hofgeismarer Zünfte findet man solche selbstgesetzten Regelwerke. Mit der Festigung des modernen Staates nahm dieser für sich das Recht in Anspruch, alle Zunftordnungen zu genehmigen. Die Handwerker konnten sich nun nicht mehr aus freien Stücken zusammenfinden und sich eine gemeinschaftliche Ordnung geben, sie mussten sich ihren Zusammenschluss von der Landesherrschaft genehmigen lassen.

Zunftgesetze sind von der Landesherrschaft erlassene Rahmenbedingungen, die die allgemeinen Regeln, nach denen sich Zünfte und Zunftangehörige zu verhalten haben, festlegen.

Mit der Wiedererrichtung des Kurfürstentums Hessen nach der napoleonischen Herrschaft wurde ein Zunftgesetz erlassen, das eine vollständig zentrale und für alle Zünfte in Kurhessen gleichartige Ordnung festlegte. Von einer Selbstverwaltung der Zünfte konnte nun überhaupt keine Rede mehr sein.
 

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